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Manchmal fehlen einem die Worte. Gestern um 12.24 Uhr am Mittag war so ein Moment. Hertha BSC verkündete den viel zu frühen Tod des Vereinspräsidenten Kay Bernstein, der im Alter von 43 Jahren unerwartet verstorben ist. „Die Hertha-Familie trauert mit Kays Hinterbliebenen und ist in dieser schweren Zeit in Gedanken bei seiner Familie, seinen Freunden und Wegbegleitern“, heißt es in der Mitteilung des Vereins. Und nochmal: Manchmal fehlen einem die Worte.
Im Sommer 2022 wurde Bernstein zum Klubpräsidenten der Westberliner gewählt. Seither drehte er die alte Dame auf links, trieb Wandel und Fortschritt voran in einem Verein, dessen letzten Jahre von Machtkämpfen, Investorendrama und öffentlich ausgefochtenen Querelen geprägt waren. Nicht nur aufgrund seiner Vita – Bernstein war Mitbegründer und langjähriger Vorsänger der Ultragruppierung Harlekins in der Ostkurve – gelang dem gebürtigen Erzegbirgler ein Schulterschluss mit zuvor verprellten Anhängern. Kay Bernstein gab der Hertha ein neues Gesicht. Authentisch, aufgeschlossen, inklusiv, nahbar.
Dieser Wandel war spürbar. Auch ohne Hertha-Fan zu sein. Weil es ebenjene viel treffender beschreiben können, hier ein Auszug aus den Worten vom Kollegen Max Dinkelaker, der Bernstein nicht nur als Fan wahrnahm, sondern den Klubchef auch persönlich kannte: „Seit er gewählt wurde, hatte ich das Gefühl, dass da ein Mann die Richtung vorgibt, der ein Gespür dafür hat, was richtig ist und was falsch. Für was Hertha steht. Für was Hertha stehen sollte.“ Max’ Erinnerungen und die anderer könnt ihr hier nachlesen, den Nachruf von Chefredakteur Philipp Köster hier.
„Ähnlich wie die Natur sich ihren Planeten zurückholt, holen die Menschen sich ihren Fußball zurück. Weil der Fußball den Menschen gehört.“
Kay Bernstein wusste, was den Fußball ausmacht.
imago images
The jobless one
Grazie, José. So könnten die Fans von AS Rom beim nächsten Heimspiel ihre Hymne umdichten. José “the special one” Mourinho, der im Sommer 2021 bei der Roma übernahm und den Hauptstadtklub zum Conference-League-Titel und ins Halbfinale der Europa League führte, wird dann nämlich nicht mehr an der Seitenlinie stehen. Nach zuletzt eher erfolglosen Wochen gab der Verein gestern die Trennung des Portugiesen bekannt, fackelte nicht lang und stellte prompt die Vereinslegende Daniele de Rossi als Nachfolger vor. José Mourinho zu entlassen, ist immer ein Fehler, wenn ihr mich fragt. Aber wie heißt es im Italienischen? C’est la vie! Diese Zeilen dürfen übrigens auch als unverblümte Aufforderung an die Bundesligaklubs interpretiert werden. Oder wie es Carsten Stahl zu sagen pflegt: Zugriff! Ein deutscher Titel fehlt immerhin noch im Lebenslauf des notorischen Gewinners. Was es in mir auslösen würde, wenn “Mou” seine Sprüche bald ins Sky-Bundesliga-Mikro säuseln würde? I prefer not to speak. If I speak, I am in big trouble.
Fabian Frinzel
Lupenrein!
Hier bitte genau hinsehen. Der Bökelberg aus Abfall und Zahnstochern, das Wildparkstadion aus Büroklammern und alter Pappe: Der Kroate Josip Marsic baut Fußballstadien nach. Seit er vor wenigen Jahren damit begonnen hat, haben sich seine Stadionbesuche stark verändert: Bei einem Lazio-Spiel musste er die komplizierte Dachkonstruktion des Olimpico inspizieren und rechnete verschiedene Maßstäbe durch. „Wie das Spiel ausging, weiß ich gar nicht mehr.“ Zur erstaunlichen Galerie der Mini-Stadien, vom Westfalenstadion bis zum Dreisamstadion, geht es hier entlang.
11FREUNDE
Podcast am Morgen
Stichwort Schulterschluss. Hertha-Fan und Host Louis erinnert sich in der heutigen Folge unseres Morgenpodcasts noch einmal an seinen Vereinspräsidenten und erklärt, was Kay Bernstein in den letzten Jahren im Westend bewegt hat. Die ganze Folge könnt ihr hier nachhören.
Und heute?
In Afrika und Asien werden fleißig Turniere gespielt. Mittags und nachmittags warten die Partien Libanon gegen China und Tadschikistan gegen Katar auf euch, abends bietet der Afrika-Cup das Aufeinandertreffen von WM-Überraschungsmannschaft Marokko und Tansania sowie später das Duell zwischen der Demokratischen Republik Kongo und Sambia.
Viel Spaß dabei & einen schönen Mittwoch!
Mia Guethe