Was genau ist eigentlich 777 Partners?
777 Partners ist ein globales Unternehmen, das in verschiedene Branchen investiert. Laut Internetseite sind das Luftfahrt, Versicherungen, Finanztechnologien, Prozessfinanzierung, Privatkredit, Nachhaltigkeit, Sport, Medien und Unterhaltung. Josh Wander und Steven Pasko gründeten 777 vor sieben Jahren aus dem Verkauf eines Versicherungsunternehmens heraus. Bei dem Unternehmen mit Firmensitz in Miami handelt es sich um eine Private-Equity-Gesellschaft. Was das ist? PEGs investieren in nicht-börsennotierte Unternehmen mit dem Ziel, das Unternehmen zu unterstützen und dann wiederum durch sein Wachstum zu profitieren.
Und was haben sie bisher geleistet?
Seitdem ist viel passiert, gerade im Bereich Sport. Seit zwei Jahren kauft das Investment-Unternehmen Anteile bei verschiedenen Fußballvereinen der ersten drei Ligen. Namentlich investierten sie in den FC Sevilla, Genua CFC, CR Vasco da Gama, Standard Lüttich, Red Star FC und Melbourne Victory. 777 beteiligt sich außerdem im britischen Basketball und hält Anteile an Ata Football, einem Streaming-Dienst für Frauen-Fußball. 777 Partners verfolgt mit diesen Investitionen eine ähnliche Strategie wie Red Bull.
Was ist die Strategie von 777 Partners im Sportgeschäft?
Nach eigenen Aussagen möchte die Investmentfirma ein globales Netzwerk zwischen Klubs aufbauen, in die sie investieren. Die Klubs sollen wiederum von Beziehungen und Kontakten profitieren. Denn 777 Partners will sich die Klubs nicht zu Eigen machen, sondern vielmehr im Hintergrund ein Wissensnetzwerk bilden, so die Website des Unternehmens. Dazu gehören beispielsweise die Bereiche Transfers, Marketing, Ausbildung, Analyse oder Scouting. Dabei wolle die Firma die Identität der Vereine nicht verändern. Vielmehr setzen sie auf Traditionsklubs, die bereits über starke und historisch gewachsene Marken verfügen. Bisher hört sich das also nicht nach Franchise an. Also ein gutes Red Bull? Nicht so ganz.
777-CEO Josh Wander in Genua.
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Wie geht es den Klubs mit 777 Partners als Investor?
Denn für manche Klubs geht es nach dem Einstieg des Investoren nicht immer steil nach oben. Während der CFC Genua in den vorherigen vier Saisons nur knapp den Klassenerhalt schaffte, stieg der Klub nach der Übernahme durch 777 im September 2021 am Ende der Saison in die Serie B ab. Genua, die erste Fußballinvestition von 777, half das sich damals noch junge Netzwerk also wenig. Nach 15 Jahren Serie A spielte der Verein seitdem in der zweiten italienischen Liga. Als die Investmentfirma 2022 hingegen den CR Vasco da Gama übernahm, schaffte der Klub den Wiederaufstieg in die Série A. Bei den anderen Klubs ist keine merkliche Veränderung zu verzeichnen.
Und wieso jetzt ausgerechnet Hertha?
Kurz gesagt: Die Beziehung zwischen 777 und dem BSC beruht auf beidseitigem Interesse. Während 777 letztlich Profit machen will, benötigt Hertha aufgrund der drastischen Misswirtschaft der letzten Jahre dringend finanzielle Unterstützung.
Wessen Anteile sind das, die 777 kauft? Und um wie viel handelt es sich da?
Die Investmentfirma übernimmt zunächst alle Anteile, die der ehemalige Hertha-Investor Lars Windhorst mit seiner Firma Tennor hielt. Diese 64,7 Prozent werden auf 78,8 Prozent aufgestockt. Laut Kicker bekommt die Hertha in den nächsten beiden Jahren ein Gesamtinvestitionsbetrag von 100 Millionen Euro von 777, dessen Zahlung in drei Tranchen gesplittet wird. Da der Klub in finanzieller Sicht vor dem Ruin steht wird das Geld ihn aber vermutlich mehr über Wasser halten, als aufs sichere Festland zurück bringen. Aber immerhin: Eine Verschnaufpause.