Tor­wart

Chris­tian Vander

»Chao­ti­sche Far­ben­lehre«, titelte die FAZ und meinte dabei auch den neu ein­ge­klei­deten Chris­tian Vander, seines Zei­chens Tor­wart von Werder Bremen. Der hatte, weil Werder eigent­lich im übli­chen oran­genen Aus­wärts­dress (pfui Teufel!) gegen die eigent­lich im gewohnt rot-weißen Heim­dress antre­tenden Mainzer auf­laufen wollte, nur ein schwarzes Tor­wart­trikot im Gepäck gehabt. Weil nun aber auch die Mainzer plötz­lich in schwarz spielen mussten, hatte Vander ein Pro­blem. Erst der Klei­der­spende (in grau) vom Tor­wart­kol­legen Heinz Müller war es zu ver­danken, dass auch Vander auf­laufen durfte. Zu viel Farben am Montag? Beschwerden bitte an B. Rafati.

Abwehr

Mats Hum­mels Kie­fer­or­tho­päde

Dass mit Tor­wart Roman Wei­dern­feller nicht gut Kir­sche­nessen ist, sieht man schon an dessen immer glei­chen, abgrund­tief grim­migen Gesichts­aus­druck. Dass die Gerry Ehr­mann-Kopie jetzt auch noch Mit­spieler aus­knockt, ist aller­dings neu. Nach eine Schubser von Kuranyi lief BVB-Insekt Mats Hum­mels unge­bremst in Wei­den­fellers Beton­faust und ging zu Boden. Anzählen über­flüssig, hatte doch jeder gesehen, dass es bei diesem Nah­kampf nur einen Gewinner gab: Hum­mels Kie­fer­or­tho­päde. Der muss nun ver­su­chen Hum­mels Kau­leiste zu fli­cken. Und wer weiß, viel­leicht hilft sein gebas­teltes Zahn­ge­stell ja, den Drakt zwi­schen Wei­den­feller und Hum­mels wieder her­zu­stellen.

Wayne Bridge & John Terry

Einst gute Kol­legen im eng­li­schen Defen­siv­ver­bund, machten sich die eng­li­schen Fuß­baller Wayne Bridge und John Terry (seit einer auf­ge­deckten Affäre Terrys mit der Ex-Freudin von Bridge böse ver­feindet) zur großen Lach­nummer. Bereits im Vor­feld boten eng­li­sche Buch­ma­cher Quoten an, ob Brigde Terry den obli­ga­to­ri­schen Hand­schlag ver­wei­gern würde. Der Man-City-Spieler tat den Zockern den Gefallen, die aus­ge­streckte Hand von Chelsea-Mann Terry »pen­delte traurig im Lüft­chen« (Observer).

Roel Brou­wers

»Flanke abwarten, Lücke suchen und treffen. Einer wie ich bekommt ja nicht so viele Tor­chancen, also muss ich die wenigen nutzen«. Davon wie ein­fach es ist ein Tor zu erzielen, erzählt hier Roel Brou­wers, viel­sei­tiger Innen­ver­tei­diger der Borussia aus Mön­chen­glad­bach. Sechs mal hat der nie­der­län­di­sche Hüne in dieser Saison schon getroffen. Aber auch Glad­bachs unetat­mä­ßiger Top­tor­jäger musste erst eine 575-minü­tige Tor­flaute hinter sich bringen um von Club­vize und 74-Welt­meister Rainer Bonhof ehr­fürchtig mit »Tor­jäger« ange­redet zu werden. Wie wohl Wolf­gang Over­rath momentan Lukas Podolski mor­gens auf dem Park­platz vorm Geiß­bock­heim begrüßt?

Simunic

Im Inter­view mit dem Tages­spiegel zeigte sich der Klausel-Kroate ent­täuscht dar­über, dass ihn die Fans nach neun­ein­halb Jahren bei Hertha bei seinem ersten Auf­tritt mit Hof­fen­heim aus­pfiffen. Warum eigent­lich? Seine Ver­eins­treue hatte Simunic doch schon in den Jahren zuvor durch jah­re­langes Koket­tieren mit Aus­stiegs­klau­seln und Ange­boten andere Ver­eine bewiesen. Viel­leicht waren die Fans auch nur ent­täuscht, dass er für den Hertha-Angriff keinen seiner regel­mä­ßigen Aus­setzer übrig hatte. Immerhin hatte er einen guten Rat für Hertha: Auf die Frage, wie Hertha sich jetzt noch retten könne, gab er den hilf­rei­chen Rat­schlag: »Gewinnen.«

Mit­tel­feld

Ana­toly Tymo­schuck

Der Ukrainer, vor der Saison für elf Mil­lionen geholt, hat end­lich seine Rolle bei den Bayern gefunden: als Zeit­schinder. Wie schon gegen Bochum und Hof­fen­heim wech­selte Mün­chens Trainer Louis van Gaal ihn gegen Ham­burg wenige Minuten vor Schluss ein, um den Vor­sprung über die Zeit zu retten. Warum van Gaal in der 89. Minute lieber erneut den Kapitän der ukrai­ni­schen Natio­nelf demü­tigte, anstatt dem 17-jäh­rigen David Alaba auf der Bayern-Bank seine ersten Bun­des­li­ga­se­kunden zu schenken, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

Toni Kroos

Um das Über­ta­lent Kroos im Rhein­land halten zu können, ver­stärkt Lever­kusen nun seine Bemü­hungen mit einem Angebot von meh­reren Mil­lionen Euro. Die Miss­gunst für den erfolg­rei­chen Nach­barn von der nörd­li­chen Stadt­grenze sitzt bei der Kölner Anhän­ger­schaft bekann­ter­maßen tief und da man beim FC nun mal ein Faible für Stars hat, legten am Samstag einige Kölner Fans wert­vollstes Münzgut zusammen und über­gaben die Anzah­lung in einem güns­tigen Moment an Kroos. Cle­verer kann man anfal­lende Gebühren einer Über­wei­sung nicht ein­sparen. Als Dau­er­kunde des DFB, gibt es als Prämie oben­drauf noch ein ver­hei­ßungs­volles »Geis­ter­spiel«. Klingt doch auf­re­gend.

Mirko Slomka & Klaus Peter Nemet

Der Co-Trainer des FC St. Pauli wird auf­atmen: Dank Mirko Slomkas sechs Nie­der­lagen in den ersten sechs Spielen ist er nicht mehr alleine der schlech­teste Bun­des­li­ga­trainer aller Zeiten. Im April 1997 hatte der heute 56-Jäh­rige, schon damals Assis­tent bei Pauli, den Tabel­len­sieb­zehnten von seinem Chef Uli Maslo über­nommen und alle ver­blie­benden Sai­son­spiele ver­loren. Auch dank ganz eigener Moti­va­ti­ons­me­thoden: Vor einem Spiel in Lever­kusen gab er damals als Ziel aus, nicht höher als 0:3 zu ver­lieren, nach einer Nie­der­lage gegen Stutt­gart sagte er: »Wir hatten keine Chance und haben sie genutzt.« Auch danach blieb Nemet seiner Erfolgs­linie treu: Er wurde Trainer dama­ligen Dritt­li­gisten Olden­burg und musste nach acht sieg­losen Spielen wieder gehen. Danach arbeite er nur noch als »Co«.

Angriff

Mario Gomez

Grau­sam­keiten bei Bayern, Teil zwei: Im Gegen­satz zu Tymosh­chuk (siehe oben) ist der His­pano-Schwabe sie vor­erst los. Nach seinem vor­zei­tigen Abspiel­ent­schluss gegen Dort­mund und meh­reren Fehl­schüssen war ihm schon vor­ge­worfen worden, Bayern im Allein­gang die Tabel­len­füh­rung zu kosten. Das muss er sich nun nicht mehr anhören. Viel­leicht auch, weil van Gaal ihn gegen Ham­burg vor sich selbst schützte und nach 65 Minuten vom Platz nahm, damit er Ribérys Schuss zum 1:0 nicht im Weg stehen konnte.

Walter Notter (Zeug­wart Mainz 05)

Krea­tiv­beruf Zeug­wart. In dem Schieds­richter Babak Rafati schon vor Spiel­be­ginn die rou­ti­nierte Klei­der­ord­nung des Mainzer Zeug­warts Walter Notter durch­ein­ander brachte, stellte er ihn höchst­wahr­schein­lich vor eine der schwersten Bewäh­rungs­probe seiner Lauf­bahn. Ob nun Tri­kots in rot und weiß, orange oder grün, mit Streifen oder ohne, die Kon­fu­sion war per­fekt. Von einem Ver­wirr­spiel um Tri­kot­farben wusste dann nach der 2:1 Nie­der­lage gegen Bremen auch der Mainzer Trainer Thomas Tuchel zu berichten, »Dieses Tri­kot­durch­ein­ander hat die Spiel­vor­be­rei­tung massiv gestört«. Letzten Endes erlebten am Samstag, Walter Notter und die kom­plett in schwarz geklei­deten Mainzer, eben genau solch einen Tag.

Sebas­tian Freis

Sebas­tian Freis wühlt, rackert, pflügt und rennt über die Fuß­ball­plätze als gäbe es kein Morgen mehr. Ein tra­gi­scher Held, der mehr aus­halten muss als er ver­dient. Zwi­schen­zeit­lich spielt er näm­lich ganz pos­sier­lich mit dem Ball, greift madri­le­nisch anmu­tende Flanken, wie die eine von Chris­to­pher Schorch im Spiel gegen Lever­kusen, in vollem Lauf mit der Brust aus der Luft, ver­narrt anschlie­ßend drei Ver­tei­diger um dann im letzten Akt doch bloß das Gesicht von Bayer-Tor­hüter Adler zu trak­tieren. Immerhin.