Ein Frei­burg-Fan wurde dabei ver­letzt: Nach Aus­kunft von Volker Werner, Spre­cher der Poli­zei­di­rek­tion Ros­tock, hat er Abschür­fungen im Gesicht und eine blu­tige Nase davon­ge­tragen. Geraubt wurden seinen Angaben zufolge meh­rere per­sön­liche Gegen­stände, dar­unter Ruck­säcke. Auch EC- und Kre­dit­karten werden ver­misst.

Nach Aus­kunft von Marc Schmid von der Frei­burger Fan­ge­mein­schaft wollten die betrof­fenen SC-Anhänger nicht in Ros­tock über­nachten – vor­sichts­halber, weil die Täter auch die Hotel­un­ter­lagen mit­gehen ließen und wussten, wo die Breis­gauer Fuß­ball­freunde logieren wollten. Sie reisten des­halb mit dem Taxi nach Ham­burg und ver­brachten die Nacht bei Freunden. Nur: Wie sollten sie die Taxi­fahrt und die geän­derte Zug­fahrt bezahlen, ganz ohne Geld­beutel und Kre­dit­karten? Hier zeigte sich der Zusam­men­halt unter den Frei­burger Fans: Bei einer Sam­mel­ak­tion im SC-Fan­block kam das Geld zusammen, das den über­fal­lenen über die Runden half. Nach Schmids Angaben sind alle mit­ge­reisten Fans mitt­ler­weile zurück im Breisgau.

Zuge­tragen hat sich der Über­fall in Bützow, einer 8000-Ein­wohner-Stadt im Land­kreis Güs­trow. Bützow liegt etwa 30 Kilo­meter süd­lich von Ros­tock und ist der letzte etat­mä­ßige ICE-Halt vor der Han­se­stadt. Um kurz vor 17 Uhr hielt dort daher der ICE 2116, der aus Stutt­gart kam – an Bord ein etwa zwölf­köp­figes Grüpp­chen Frei­burger Fans und zudem einige Anhänger von Hansa Ros­tock, die unter­wegs zuge­stiegen waren. Das Gros des Frei­burger Trosses war mit einem anderen Zug in Rich­tung Aus­wärts­spiel unter­wegs.

Von den Tätern fehlt jede Spur

In Bützow spielte sich nach Aus­kunft des Poli­zei­spre­chers nun Fol­gendes ab: Zehn bis fünf­zehn Hansa-Fans stiegen aus, liefen auf dem Bahn­steig zum Waggon Nummer 7, in dem die SC-Anhänger saßen, und stürmten diesen. »Die Frei­burger Fans waren offenbar sehr über­rascht und leis­teten keine große Gegen­wehr«, erklärt Pres­se­spre­cher Werner. Die Über­fal­lenen hätten die Täter als Hansa-Ros­tock-Fans iden­ti­fi­ziert.

Von den Ver­mummten fehlt seit der Tat, die sich vor der von Frei­burg mit 3:1 gewon­nenen Partie ereig­nete, jede Spur. Kri­mi­nal­po­lizei und die für Gleis­an­lagen und Züge zustän­dige Bun­des­po­lizei haben die Ermitt­lungen auf­ge­nommen. Nach Aus­kunft von Volker Werner wurde der gesamte ICE von Beamten durch­sucht, doch es waren keine Rei­senden mehr zu finden, die als Hansa-Anhänger zu erkennen waren. Der Poli­zei­spre­cher ver­mutet, dass die Täter den Zug in Bützow wieder ver­lassen haben. Daher durch­kämmte die Polizei auch den nächsten Zug, der in Bützow hielt, und nahm die Per­so­na­lien von allen mit­fah­renden Hansa-Fans auf. Als tat­ver­dächtig gilt aber nie­mand von ihnen; es gibt daher auch noch keine Fest­nahmen. »Die Ermitt­lungen laufen weiter auf Hoch­touren«, ver­spricht der Poli­zei­spre­cher.

Die Polizei nimmt den Vor­fall sehr ernst

Die Polizei in Meck­len­burg-Vor­pom­mern nimmt den Vor­fall offenbar sehr ernst. Zwar gilt das Publikum von Hansa Ros­tock als nicht unpro­ble­ma­tisch – so gab es nach Dar­stel­lung von Volker Werner schon einmal einen Vor­fall auf dem Bahnhof Stendal, als Hansa-Hoo­li­gans ran­da­lierten. »Es ist aller­dings das erste Mal, dass Fans einen anderen Ver­eins über­fallen und beraubt wurden«, betont der Poli­zei­spre­cher.

Mit freund­li­cher Genehi­mi­gung der »Badi­schen Zei­tung«.