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Der Tag aller Tage liegt hinter uns: Wenn Florian Plettenberg in guter 9Live-Manier auf Wildkraut und Monster Energy durchs Fernsehstudio plärrt, mit anderen Wichtigtuern den Wechsel von David Grözinger zur TSV Steinbach Haiger als „Done Deal“ bekanntgibt, melancholisch verlorene Teufel an entlegenen Geschäftsstellenparkplätzen auf Erlösung warten und Faxgerätehersteller sich auf saftige Sammelklagen einstellen, dann ist Deadline Day. Trockene Tücher. Geplatzte Deals. Ausgestochene Konkurrenten. Heiße Gerüchte, kaltes Geschäft. Großes Kino. Auch in diesem Jahr hat uns der Deadline Day fest in seinem Griff gehabt, uns erst nach zähen, kaugummiartigen Verhandlungen ziehen lassen. Und uns mit einer Flut an Informationen zurückgelassen, die wir erstmal verarbeiten müssen.
In Kürze: Lewis Hamilton wechselt zu Ferrari. Darüber hinaus sagte der designierte Hummels-Nachfolger Hendry Blank dem BVB „Tschau-Baba“ und wechselt für sieben Millionen Euro zu Red Bull Salzburg. Münchens Sommertransfer Bryan Zaragoza schlägt nun doch schon zum Winter an der Säbener Straße auf und dickt die dünne Personaldecke bei den Bayern etwas an. Mo Dahoud verstärkt den VfB Stuttgart. Sonny Kittel zieht es nach Sydney. Emre Mor nach Karagümrük. Andrea Belotti zum AC Florenz. Belanglose Meldungen, die zu bahnbrechenden Großereignissen hochgejazzt werden. Es war mal wieder hinreißend albern.
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So oft traf Liverpools Darwin Nunez in dieser Premier-League-Saison schon Pfosten oder Latte. Am nächsten kommt ihm ligaweit Mannschaftskollege Trent Alexander-Arnold. Er kommt auf drei Alu-Treffer.
Das Ende ist nah
Der Streaminganbieter Dazn ist sicher nicht das erste Unternehmen, das mit guter Idee an den Start gegangen ist und sie irgendwo auf dem Weg gegen Kostbareres eingetauscht hat. Fußball wurde nach Firmenphilosophie anfangs so verkauft, als säße man mit einem Kumpel auf der WG-Couch, die Tiefkühlpizza im Ofen, das Bier ist kalt, man ruft einander hier mit „Bro“, alles ist flippiger als bei der Konkurrenz. Wobei „flippig“ sagen wir hier nicht. Das heißt „Slay“! Aber wie echte Bros das eben machen, müssen wir auch ehrlich miteinander umgehen können. Und darum sagen: So geht es nicht, Bro! Denn als wären die permanenten Preissteigerungen nicht schon frustrierend genug, hat Dazn sich inzwischen scheinbar auch die letzten Prinzipien vom Halse geschafft. Oder weshalb wird auf der Plattform seit Wochen ein Zirkus-Turnier im saudi-arabischen Riyad beworben, das am Donnerstag im Duell zwischen Messi-Klub Inter Miami und Ronaldos al-Nassr seinen Gipfel fand? Etwa weil so die Zukunft des Fußballs aussieht? Weil die Bros von heute nun mal vollends zugrunde sterilisierten Kommerzfußball gucken wollen? Oder weil sich das Rad nun mal nur gewaltsam weiterdrehen lässt? Das Ende jedenfalls scheint nah, die Widersacher Gottes kommen in Form des Riyadh Season Cups. Aufzuhalten ist das kaum noch. Nur mit wem wir uns den Niedergang gemeinsam auf der Couch reinziehen wollen, das können wir immer noch selbst entscheiden.
Dazn
Nix Plettigol. Batigol!
Irgendwann bekommen Lieblingsspieler furchige Gesichter und die alten Trikots, die man von ihnen noch im Keller liegen hat, reichen auf einmal nur noch bis zum Bauchnabel. Das kann man traurig finden. Oder aber man erfreut sich dran, verklärt jedes noch so unwichtige Anschlusstor zu einem epochalen Großereignis und lässt auf diese Weise einen so grandiosen Text entstehen, wie ihn der Kollege Andreas Bock gestern zum 55. Geburtstag von Gabriel Batistuta geschrieben hat. Er enthält Sätze, die Batistuta per Direktabnahme geschrieben haben könnte: „Bei der WM 1994 bildete er mit Claudio Caniggia ein kongeniales Sturmduo. Die beiden sahen aus wie Figuren aus einem Karl-May-Roman. Oder Typen, die eben noch in einem engen Club an der Bay Area mit ihrer Thrash-Metal-Band aufgetreten waren. An der Bar kurz paar Whiskys kippen mit Dave Mustaine und dann direkt auf den Platz. Durch Tore schießen den Gegner zermürben, fertigmachen, wegballern. 4:0 gegen Griechenland, drei Tore Batigol.“ Zu lesen gibt’s Bocks Ode an seinen einstigen Lieblingsspieler hier. Aber Obacht: Nicht auszuschließen, dass sie euch um die Ohren fliegt wie ein 25-Meter-Bolzen von Batistuta.
Und heute?
Geht es mit bereinigten Kadern weiter, so wie Gott sie schuf. Sich allen Altlasten entledigt, tritt Dortmund am Abend in Heidenheim an. Außerdem spielt Karlsruhe in der 2. Liga gegen Wiesbaden und Magdeburg gegen Kiel.
Here. We. Fucking. Go!
Max Nölke