11 F NL Insta Feed Am Morgen

Ihr wollt den Tratsch des Tages bequem in eurem Post­fach haben? Dann abon­niert unseren täg­li­chen News­letter 11FREUNDE am Morgen und wir ver­schieben uns werk­tags um 7 Uhr in euer E‑Mail-Postach. Hier geht es zur Anmel­dung: 11freunde​.de/​n​e​w​s​l​etter

Der Tag aller Tage liegt hinter uns: Wenn Flo­rian Plet­ten­berg in guter 9Live-Manier auf Wild­kraut und Monster Energy durchs Fern­seh­studio plärrt, mit anderen Wich­tig­tuern den Wechsel von David Grö­zinger zur TSV Stein­bach Haiger als ​Done Deal“ bekannt­gibt, melan­cho­lisch ver­lo­rene Teufel an ent­le­genen Geschäfts­stel­len­park­plätzen auf Erlö­sung warten und Fax­ge­rä­te­her­steller sich auf saf­tige Sam­mel­klagen ein­stellen, dann ist Dead­line Day. Tro­ckene Tücher. Geplatzte Deals. Aus­ge­sto­chene Kon­kur­renten. Heiße Gerüchte, kaltes Geschäft. Großes Kino. Auch in diesem Jahr hat uns der Dead­line Day fest in seinem Griff gehabt, uns erst nach zähen, kau­gum­mi­ar­tigen Ver­hand­lungen ziehen lassen. Und uns mit einer Flut an Infor­ma­tionen zurück­ge­lassen, die wir erstmal ver­ar­beiten müssen.

In Kürze: Lewis Hamilton wech­selt zu Fer­rari. Dar­über hinaus sagte der desi­gnierte Hum­mels-Nach­folger Hendry Blank dem BVB ​Tschau-Baba“ und wech­selt für sieben Mil­lionen Euro zu Red Bull Salz­burg. Mün­chens Som­mer­transfer Bryan Zara­goza schlägt nun doch schon zum Winter an der Säbener Straße auf und dickt die dünne Per­so­nal­decke bei den Bayern etwas an. Mo Dahoud ver­stärkt den VfB Stutt­gart. Sonny Kittel zieht es nach Sydney. Emre Mor nach Kara­gümrük. Andrea Belotti zum AC Flo­renz. Belang­lose Mel­dungen, die zu bahn­bre­chenden Groß­ereig­nissen hoch­ge­jazzt werden. Es war mal wieder hin­rei­ßend albern.

12

So oft traf Liverpools Darwin Nunez in dieser Premier-League-Saison schon Pfosten oder Latte. Am nächsten kommt ihm ligaweit Mannschaftskollege Trent Alexander-Arnold. Er kommt auf drei Alu-Treffer.

Das Ende ist nah

Der Strea­ming­an­bieter Dazn ist sicher nicht das erste Unter­nehmen, das mit guter Idee an den Start gegangen ist und sie irgendwo auf dem Weg gegen Kost­ba­reres ein­ge­tauscht hat. Fuß­ball wurde nach Fir­men­phi­lo­so­phie anfangs so ver­kauft, als säße man mit einem Kumpel auf der WG-Couch, die Tief­kühl­pizza im Ofen, das Bier ist kalt, man ruft ein­ander hier mit ​Bro“, alles ist flip­piger als bei der Kon­kur­renz. Wobei ​flippig“ sagen wir hier nicht. Das heißt ​Slay“! Aber wie echte Bros das eben machen, müssen wir auch ehr­lich mit­ein­ander umgehen können. Und darum sagen: So geht es nicht, Bro! Denn als wären die per­ma­nenten Preis­stei­ge­rungen nicht schon frus­trie­rend genug, hat Dazn sich inzwi­schen scheinbar auch die letzten Prin­zi­pien vom Halse geschafft. Oder wes­halb wird auf der Platt­form seit Wochen ein Zirkus-Tur­nier im saudi-ara­bi­schen Riyad beworben, das am Don­nerstag im Duell zwi­schen Messi-Klub Inter Miami und Ronaldos al-Nassr seinen Gipfel fand? Etwa weil so die Zukunft des Fuß­balls aus­sieht? Weil die Bros von heute nun mal voll­ends zugrunde ste­ri­li­sierten Kom­merz­fuß­ball gucken wollen? Oder weil sich das Rad nun mal nur gewaltsam wei­ter­drehen lässt? Das Ende jeden­falls scheint nah, die Wider­sa­cher Gottes kommen in Form des Riyadh Season Cups. Auf­zu­halten ist das kaum noch. Nur mit wem wir uns den Nie­der­gang gemeinsam auf der Couch rein­ziehen wollen, das können wir immer noch selbst ent­scheiden.

IMG 8504

Dazn

Nix Plet­tigol. Batigol!

Irgend­wann bekommen Lieb­lings­spieler furchige Gesichter und die alten Tri­kots, die man von ihnen noch im Keller liegen hat, rei­chen auf einmal nur noch bis zum Bauch­nabel. Das kann man traurig finden. Oder aber man erfreut sich dran, ver­klärt jedes noch so unwich­tige Anschlusstor zu einem epo­chalen Groß­ereignis und lässt auf diese Weise einen so gran­diosen Text ent­stehen, wie ihn der Kol­lege Andreas Bock ges­tern zum 55. Geburtstag von Gabriel Bati­stuta geschrieben hat. Er ent­hält Sätze, die Bati­stuta per Direkt­ab­nahme geschrieben haben könnte: ​Bei der WM 1994 bil­dete er mit Claudio Caniggia ein kon­ge­niales Sturmduo. Die beiden sahen aus wie Figuren aus einem Karl-May-Roman. Oder Typen, die eben noch in einem engen Club an der Bay Area mit ihrer Thrash-Metal-Band auf­ge­treten waren. An der Bar kurz paar Whiskys kippen mit Dave Mus­taine und dann direkt auf den Platz. Durch Tore schießen den Gegner zer­mürben, fer­tig­ma­chen, weg­bal­lern. 4:0 gegen Grie­chen­land, drei Tore Batigol.“ Zu lesen gibt’s Bocks Ode an seinen eins­tigen Lieb­lings­spieler hier. Aber Obacht: Nicht aus­zu­schließen, dass sie euch um die Ohren fliegt wie ein 25-Meter-Bolzen von Bati­stuta.

Und heute?

Geht es mit berei­nigten Kadern weiter, so wie Gott sie schuf. Sich allen Alt­lasten ent­le­digt, tritt Dort­mund am Abend in Hei­den­heim an. Außerdem spielt Karls­ruhe in der 2. Liga gegen Wies­baden und Mag­de­burg gegen Kiel.

Here. We. Fucking. Go!

Max Nölke