Der Aufschrei war groß, als Jordan Henderson vor einem halben Jahr vom FC Liverpool zum saudi-arabischen Erstligisten Al-Ettifaq wechselte. Nicht nur bei Fußballfans, sondern vor allem in der LGBTQ-Community sorgte sein Wechsel für Entrüstung. Hatte sich Henderson doch in den vergangenen Jahren als einer der wenigen Spitzenfußballer regelmäßig gegen Diskriminierung der queeren Community eingesetzt. Seine Kapitänsbinde in Regenbogenfarbe, dem Zeichen für Toleranz und Vielfalt, wurde gar zu einer Art Markenzeichen des Engländers. Endlich mal ein Fußballer mit Rückgrat und einem Blick, der über ein abgestecktes Kreidefeld hinausgeht. Dachte man. Doch dann erlag auch er dem öligen Werben der Saudis und verließ England in ein Land, in dem Homosexualität unter Strafe steht.
Den Vorwürfen, er hätte für ein Millionengehalt seine Werte verkauft, trat Jordan Henderson in den folgenden Monaten entschieden entgegen: Er stehe noch immer für Toleranz und Vielfalt ein, ganz egal, welches Trikot er trage. Fast schien es, als wolle er den Eindruck erwecken, Geld habe für ihn nie eine Rolle gespielt. Vielmehr sei ein Wechsel in die Saudi Pro League aus dem Wunsch heraus entstanden, Wandel im Land voranzutreiben und der Homophobie in Saudi-Arabien entgegenzutreten.
Und Henderson tat, wie er versprach: Nur wenige Stunden nachdem er saudi-arabischen Sandboden betrat, war es, als gedeihe neues Leben in der Wüste. Männer begannen, einander auf offener Straße zu lieben, aus jedem zweiten Fenster wehte eine Regenbogenflagge, noch am Abend seiner Ankunft hatte Kronprinz Mohammed bin Salman sein Coming-out, auf dem Al-Safah-Platz, wo üblicherweise öffentliche Hinrichtungen stattfinden, warf bin Salman Gummis in die Menge und skandierte „Gay Okay!“ Aus aller Welt pilgerten Homosexuelle, Bisexuelle, Trans und queere Menschen nach Riad, ein neues Mekka für die LGBTQ-Community entstand – alles dank Jordan Hendersons bloßer Präsenz.
„Drugsvrij leven“
„Revolution ist machbar, Herr Nachbar“, sagten sich sodann auch die benachbarten Staaten: Katar, Bahrain und die Vereinigten Arabischen Emiraten erklärten den Christopher Street Day umgehend zum nationalen Feiertag. Der Burj Khalifa, das weltweit höchste Gebäude, erstrahlte in den Pride-Farben. Damit war Jordan Hendersons Mission bereits nach wenigen Stunden erfüllt.
Wie nun diverse Medien berichten, wird Henderson den Wüstenstaat deshalb wieder verlassen und zu Ajax Amsterdam wechseln. Um seine sportliche Weiterentwicklung soll es bei dem Wechsel nur bedingt gehen. Hendersons Ziele sind weit höhergesteckt: Er möchte auch in den Niederlanden für gesellschaftlichen Wandel sorgen. Ganz konkret bedeutet das: Jordan Henderson möchte die Drogenkriminalität in den Griff bekommen. Kürzlich meldete die niederländische Regierung einen Rekordwert an Drogenfunden für 2023. Unter dem Slogan „Drugsvrij leven“ wird im Februar ein von Jordan Henderson angestoßenes bundesweites Programm anlaufen.
Es wurde in engem Austausch mit dem niederländischen Gesundheitsministerium und der Psychopharmakologie der University of Amsterdam entwickelt und beinhaltet flächendeckende Suchtprävention, Beratungen an Schulen und gesetzliche Regulierungen zur Beschränkung des Angebots. Jordan Henderson möchte sämtliche Coffeeshops verbieten lassen, der Erwerb von Cannabis soll genau wie der Anbau umgehend strafbar werden, sämtliche Drogenpropaganda wird verboten: Reggae-Musik darf landesweit nicht mehr gespielt werden, das Tragen von Dreadlocks steht unter Strafe.
Kann er den Rechtsruck in Deutschland stoppen?
Mit der Ankunft des Engländers soll künftig auch der sogenannte Drogentourismus eingestampft werden. Massive Kontrollen an den Grenzen zu Deutschland und Belgien sollen die illegale Einfuhr ein für alle Mal stoppen. Auch den Rotterdamer Hafen, Umschlagplatz für illegalen Drogenverkauf in ganz Europa, möchte Henderson schließen lassen.
Mit großer Vorfreude wird Jordan Hendersons Ankunft am Amsterdamer Flughafen Schiphol erwartet. Bei Ajax unterschreibt der Engländer zunächst einen Ein-Jahres-Vertrag. Dem Vernehmen nach buhlen Vereine aller Herren Länder aber bereits um seine Unterschrift. In den USA könnte Henderson die Waffengesetze neu schreiben, das totalitäre Regierungssystem in Nordkorea überwinden, den Nah-Ost-Konflikt beenden oder den Rechtsruck in Deutschland aufhalten.