Wie keine andere Mann­schaft in Europa scheint der PSV Eind­hoven die Fabrik für kom­mende Super­stars zu sein – jeden­falls wenn es darum geht, über­durch­schnitt­li­ches Talent in der Offen­sive zu besitzen. Wir haben die fünf besten Angreifer in der Geschichte des Klubs aus­ge­sucht.

5.
Eidur Gud­johnson

In der süd­lichsten nie­der­län­di­schen Pro­vinz, fern ab seiner hei­me­ligen Vul­kan­insel, star­tete auch der Isländer Eidur seine inter­na­tio­nale Kar­riere. Mit sech­zehn Jahren wech­selte er zum orts­an­säs­sigen PSV. Schon kurze Zeit nach seinem Wechsel wurde er, mitt­ler­weile sieb­zehn­jährig, Mit­glied der ver­eins­ei­genen Sturm­gilde und bil­dete in der Saison 1995/96 zusammen mit Ronaldo Luís Nazário de Lima, besser bekannt als Ronaldo, ein viel­ver­spre­chendes Sturmduo. Eine schwer­wie­gende Ver­let­zung regu­lierte jedoch den Auf­wärts­trend des Über­flie­gers, so dass ihn sein dama­liger Lehr­meister Dick Advo­caat in den fol­genden zwei Jahren nur ledig­lich 13 Mal ein­setzten konnte.

Den­noch: Die durch den Trainer ver­mit­telte Spiel­phi­lo­so­phie des totalen Fuß­balls und die zwei Spiel­zeiten beim PSV legten die Grund­lage für seine beein­dru­ckende Spiel­weise. 1996, noch beim PSV unter Ver­trag, wurde er das erste Mal in die islän­di­sche Natio­nal­mann­schaft berufen. Gleich in seinem ersten Spiel gelang dem Blond­schopf ein ein­zig­ar­tiger Rekord: Bis heute ist er der ein­zige Natio­nal­spieler, der für seinen eigenen Vater ein­ge­wech­selt wurde. 

4.
Arjen Robben

Der aero­dy­na­mi­sche Kahl­kopf mit dem schnellen Spurt, der zur­zeit das Offen­siv­spiel des FC Bayern in eine Renais­sance führt, konnte neben den sport­li­chen Erfolgen zuletzt vor allem mit seiner Vor­liebe für wär­mende Bein­be­klei­dung auf sich auf­merksam machen. Erheb­lich memo­rabler als Rob­bens Denk­an­stoß zum Thema »Sport­be­klei­dung des Jahres« werden aber mit Sicher­heit seine her­aus­ra­gende Technik und sein Spiel­witz bleiben. Bei­nahe unfassbar, dass er wäh­rend seiner Zeit beim PSV Eind­hoven noch leicht­fü­ßiger und unbe­schwerter auf des Geg­ners Tor zuge­laufen sein soll. Zur Saison 2002/03 konnte Trai­ner­guru Guus Hiddink, der gerade eine erfolg­reiche Welt­meis­ter­schaft mit Süd­korea hinter sich gebracht hatte, den 18-jäh­rigen Robben vom FC Gro­ningen nach Eind­hoven lotsen.

Unter Hiddink ent­wi­ckelte sich Robben zu einem der gefähr­lichsten Flü­gel­stürmer Europas und schaffte 2003 den Sprung in die nie­der­län­di­sche Natio­nal­mann­schaft. In der Eren­di­visie gewann Arjen Robben mit dem PSV unter dem neuen Trainer Hiddink direkt in der ersten Saison die Meis­ter­schaft, woran das Talent mit 12 Toren in 33 Spielen maß­geb­li­chen Anteil hatte. Sein dama­liger Offen­siv­partner: Mateja Kezman. Wären wir witzig, würden wir jetzt schreiben: Jedes Spiel ein klarer Fall für »Batman & Robben«. 

3.
Ruud van Nis­tel­rooy

Es gibt nur einen Verein in der Lauf­bahn von Ruud van Nis­tel­rooy, bei dem der Hol­länder eine noch bes­sere Tor­quote hat als bei seiner Sta­tion PSV Eind­hoven: der Ham­burger SV. Zwei Spiele, zwei Tore gleich ein Tor pro Spiel – das hat »van the man« selbst beim PSV nicht geschafft. Was seine Leis­tungen für den Aus­bilder-Klub nicht schmä­lern sollte: In 67 Spielen gelangen van Nis­tel­rooy zwi­schen 1998 und 2001 sagen­hafte 65 Tore. Mit 22 tauchte der gelernte Mit­tel­feld­spieler (!) Ende der neun­ziger Jahre beim PSV auf, der gerade erst den Ver­lust von Mega­star Ronaldo ver­kraften musste.

Da hatte er bereits beim FC Den Bosch und SC Hee­ren­veen ins­ge­samt 30 Hütten gemacht. 12 Mil­lionen Gulden, umge­rechnet 6,4 Mil­lionen Euro, ließ sich der PSV die Dienste des jungen Mannes mit dem großen Gesicht kosten – damals Rekord­summe im nie­der­län­di­schen Fuß­ball. Unfassbar: In seiner zweiten Saison konnte van Nis­tel­rooy wegen einer Ver­let­zung nur 23 Spiele absol­vieren. Er schoss 29 Tore. Der Lohn: drei Aus­zeich­nungen zu »Hol­lands Fuß­baller des Jahres« in Serie und 2001 ein mil­lio­nen­schwerer Wechsel zu Man­chester United. 

2.
Ronaldo

Eigent­lich müssten die Ver­ant­wort­li­chen vom PSV Eind­hoven Romario schon längst ein Denkmal gebaut haben. Nicht nur, dass der Bra­si­lianer wäh­rend seiner aktiven Zeit in Hol­land unglaub­lich viele Tore erzielte (siehe Text unten), er war es auch, der Lands­mann Ronaldo davon über­zeugte, die ersten Schritte in Europa beim PSV zu tun. »Du bist zu jung für Ita­lien«, soll Romario dem 17-jäh­rigen Jahr­hun­dert­ta­lent gesagt haben und der gehorchte artig, hatte man Romario doch kurz zuvor bei der WM 1994 in den USA zum besten Spieler des Tur­niers aus­ge­zeichnet.

Ronaldo, der sich in den hei­mi­schen Futsal-Hallen zunächst als Tor­wart ver­sucht hatte (!), brach über Eind­hoven herein wie ein mit­tel­schwerer Orkan. Ein Teen­ager, mit dessen Schnei­de­zähnen man Dosen­ra­violi hätte öffnen können, nahm geg­ne­ri­sche Abwehr­reihen nach Belieben aus­ein­ander, traf 42 Mal und legte nahezu ebenso viele weib­liche Ein­woh­ne­rinnen der süd-nie­der­län­di­schen Stadt flach. Bis er 1997 den Verein ver­ließ. Rich­tung Spa­nien. 

1.
Romario

Den Fans vom PSV Eind­hoven war dieser junge Kerl mit den kurzen Beinen zunächst nicht geheuer. Wie auch? Kurz vor seinem Wechsel nach Hol­land hatte Romario gehei­ratet – und für die Ver­mäh­lung extra einen Altar in den Mit­tel­kreis seines Hei­mat­ver­eins Vasco da Gama schleppen lassen. Als auch noch bekannt wurde, dass eben dieser Romario 1985 bei­nahe sein Kar­rie­re­ende ris­kiert hatte, weil ihn Trainer Jair Pereira wegen sexu­eller Eska­paden im Mann­schafts­hotel aus dem Kader für die Junioren-WM gestri­chen hatte, wurde den Ein­woh­nern in Eind­hoven angst und bange.

Die Furcht vor dem kleinen Der­wisch war schnell ver­flogen, als sich her­aus­stellte, dass noch nie ein talen­tier­terer Fuß­baller im Trikot des PSV gespielt hatte. Seine 98 Tore in 109 Spielen sind immer noch uner­reicht. Seine Skan­dal­ge­schichten (, die im Laufe der Jahre noch intensiv ver­mehrt wurden) hörten trotzdem nicht auf: 1991 sagte er die Teil­nahme an der Copa Ame­rica mit der Begrün­dung ab, er mache lieber Urlaub. Das war in Eind­hoven da schon jedem ziem­lich egal.