Die Blackburn Rovers waren in Eng­land mal eine ziem­lich heiße Nummer. 1995 gewann die Mann­schaft unter Kenny Dalg­lish und mit Alan Shearer im Sturm die eng­li­sche Meis­ter­schaft. 2002 konnten die Rovers immerhin noch den League Cup gewinnen. Danach kam nicht mehr viel, und momentan geht es dem Klub ziem­lich dre­ckig.
 
Das Team düm­pelt momentan in Eng­lands Zweiter Liga im unteren Tabel­len­drittel herum und wartet seit neun Spielen auf einen Sieg. Ver­gan­gene Woche feu­erten die Rovers mit Michael App­leton den zweiten Trainer in der lau­fenden Spiel­zeit. Danach wurde aus­giebig über mög­liche Nach­folger spe­ku­liert.

Ein unbe­kannter Name neben Benitez
 
Und wie das so ist, standen schon wenige Stunden nach App­le­tons Ent­las­sung aller­hand illustre Kan­di­daten auf den Sport­seiten der eng­li­schen Zei­tungen. Da war von Steve McClaren und Paolo Di Canio die Rede, von Alan Shea­rers Rück­kehr nach Blacburn oder einem Enga­ge­ment von Trainer-Legende Rafael Benitez. Ein Name passte aller­dings nicht in diese Liste. Der eines gewissen James McDo­nough. ​Als ich erfahren habe, dass Blackburn einen Trainer sucht, habe ich ein­fach mal meine Bewer­bung hin­ge­schickt“, sagt er. Danach kehrte er erst einmal zurück zu seinem nor­malen Job bei einem Tele­kom­mu­ni­ka­ti­ons­un­ter­nehmen.
 
Wäh­rend­dessen fingen aber seine Freunde und Bekannte an, unter dem Hashtag #mac­ca­for­ro­vers zu twit­tern, und kurze Zeit später fand sich McDo­noughs Name auf einem füh­renden Online-Wett­portal neben all den bekannten Trainer- und Ex-Spie­ler­größen wieder. Zunächst stand die Quote für seine Ein­stel­lung bei 500:1, nach wenigen Tagen war sie bei 100:1.

War McDo­nough schon beim Vor­stel­lungs­ge­spräch?
 
Zu dem Zeit­punkt standen etliche Medien bereits Schlange bei McDo­nough. Als erstes hatte der ​Burnley Express“ berichtet, danach folgten große Por­tale wie ​Metro“ oder Blogs wie 101g​reat​goals​.com. Einige drehten sogar Videos vor dem Ewood Park, dem Sta­dion der Rovers, und eine Zei­tung berich­tete, McDo­nough sei bereits zu einem Vor­stel­lungs­ge­spräch beim Klub­prä­si­denten ein­ge­laden worden.
 
Das stimmt nicht“, sagt McDo­nough. Doch es sei nur noch eine Frage der Zeit, bis sich die Rovers melden würden, schließ­lich habe er ein fun­diertes tak­ti­sches Wissen. Er doziert gerne über das System des ​Christmas Tree“, eine For­ma­tion, mit der Eng­lands Natio­nal­trainer Terry Ven­ables bei der EM 1996 spielen ließ.

Nur: Wer ist dieser James McDo­nough über­haupt?

James McDo­nough ist 28 Jahre alt und stammt aus Burnley, ein 70.000-Einwohner-Städtchen, das 15 Kilo­meter öst­lich von Blackburn liegt. Er sagt von sich, dass er aus­rei­chende Erfah­rungen bei einem Klub namens The Prin­cess Royal gesam­melt habe. Die Mann­schaft trai­nierte er in der zweiten ​Warburton’s Sunday League Burnley“. Eine The­ken­mann­schaft.
 
Zudem kann McDo­nough auf eine Kar­riere als vir­tu­eller Coach zurück­bli­cken. Bei einem Com­puter-Fuß­ball-Manager hat er kürz­lich den VfL Osna­brück trai­niert. ​Mein Bruder war dort früher mal sta­tio­niert, seitdem kenne ich die Mann­schaft sehr gut“, sagt er. Gebracht hat es aller­dings nichts. Osna­brück stieg mit McDo­nough als Trainer zweimal hin­ter­ein­ander ab.

Zur Not bewirbt er sich auf Schalke
 
Doch auch das sei kein Pro­blem, schließ­lich ist der Coup seiner Bewer­bung fol­gender: McDo­nough will auch mit Blackburn Rovers absteigen, er ist näm­lich eigent­lich Fan vom FC Burnley, dem größten Rivalen der Rovers.
 
Am Mon­tag­morgen zer­schlugen sich die Träume des Fans aller­dings. Die Blackburn Rovers ver­kün­deten, dass sie mit Gary Bowyer als Inte­rims­trainer bis zum Sai­son­ende wei­ter­ar­beiten wollen. McDo­nough nimmt es gelassen. Er hat schon einen neuen poten­zi­ellen Arbeit­geber im Visier: ​Sucht Schalke nicht auch einen Trainer?“